Sachverständige für Schimmelpilzbelastungen

Energieberatung - Luftdichtheitsmessung


Telefon 0511 76056111 - Fax 0511 76056112- email info@energiesorgenfrei.de

Schimmel entfernen - aber richtig!

Kleiner Schimmelpilzbefall in einer Raumecke in LangenhangenSchimmel (oder fachlich korrekt bezeichnet: Schimmelpilzbefall) in Wohnungen oder Büros an Wänden oder Decken sieht nicht nur unschön aus. Die Sporen und Stoffwechselprodukte wie Mykotoxin (Schimmelpilzgift) vieler Schimmelpilze schaden nachhaltig der Gesundheit. Aus diesem Grund gilt es Schimmelpilzbildung zu vermeiden und vorhandene Schimmelpilzschäden zeitnah zu sanieren. Im folgenden möchte ich aufklären, wie vorhandener Schimmelpilzbefall zu beseitigen ist.

 

Schimmel an Wänden und Decken entfernen

Schimmelpilze in Wohnungen sind ein weit verbreitetes Problem. Schätzungsweise hat in Deutschland heute jeder fünfte Haushalt regelmäßig mit Schimmelpilzbefall an Wänden zu kämpfen. Schimmelentferner ist daher inzwischen fast überall - sogar im Supermarkt - erhältlich. Bevor Sie nun aber zu Lappen und Handschuhen greifen, um verschimmelte Tapeten mit handelsüblichem Schimmelentferner zu bearbeiten, möchte ich folgende zwei Punkte zu bedenken geben:

 

Bitte bedenken Sie, bevor Sie Schimmel entfernen:

  1. Schimmelpilzsanierung durch ein Fachunternehmen kostet Geld, schont aber Ihre Gesundheit
    Größere Schimmelpilzschäden sollten wegen der zu erwartenden Gefährdung nie vom Privatmann sondern nur von qualifizierten Fachunternehmen saniert werden!
  2. Nachhaltig ist eine Schimmelsanierung nur wenn auch die Ursachen des Pilzbefalls beseitigt werden
    Sichtbarer Schimmel ist schnell beseitigt. Werden die Ursachen des Schimmelpilzbefalls nicht behoben, ist der Erfolg der Sanierung jedoch nur von kurzer Dauer. Schimmelpilze benötigen nur fünf Tage geeignete Lebensbedingungen, um sich erneut anzusiedeln.

 

Grundsätzliches Vorgehen bei der Entfernung von Schimmelpilzbefall

Die folgende Beschreibung zum Vorgehen beim Entfernen von Schimmel gibt nur einen groben Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Sanierungsmaßnahme im Detail muss stets auf die individuelle Schadenssituation Vorort abgestimmt werden. Einen Schimmelpilzschaden kann sicher beurteilen nur eine entsprechend geschulte Fachkraft (zum Beispiel ein TÜV-zertifizierter Sachverständiger für Schimmelpilze in Innenräumen), die den Schimmelschaden im Gesamtbild Vorort begutachtet hat. Generell sollte jeder Schimmelpilzschaden, der über einen sehr kleinen Schimmelpilzbefall hinaus geht, nur durch einen Fachbetrieb beseitigt werden.

 

Beispiel: Schimmel auf mineralischen Untergründen / Schimmel an Wänden und Decken

Als Folge von Wasserschäden oder Baumängeln tritt häufig ein Befall mit Schimmelpilzen und andere Mikroorganismen an Wänden und/oder Decken auf.

 

1. Feststellung über die Größe des Schimmelschadens

Zunächst gilt es, sich einen Überblick über die von Schimmelpilzen befallenen Flächen zu verschaffen. Wo ist überall Schimmelpilz vorhanden? Begrenzt sich der Schaden auf einen bestimmten Bereich, der sich von "sauberen" Flächen abgrenzen lässt? Gibt es weitere Schimmelflecken, die bisher übersehen wurden?

 

2. Verbreitung der Schimmelpilzsporen eindämmen

Die Verbreitung von Schimmelsporen muss unbedingt so weit wie möglich begrenzt werden. Um nicht auch angrenzende Räumlichkeiten mit den Schimmelpilzpartikeln des Schimmelschadens zu kontaminieren, sollte eine Abschottung des Sanierungsbereiches erfolgen (z.B. durch Aufstellen einer Folienwand, Schließen und Abkleben von Türen zu Nebenzimmern, guter Belüftung des betroffenen Raums) bevor mit der Beseitigung des Schimmels begonnen wird.

 

3. Selbstschutz beim Beseitigen von Schimmelpilzen

Da ohne weitere Untersuchungen im Umgang mit Schimmelpilzen von einer Gesundheitsgefährdung stets auszugehen ist, steht der Selbstschutz bei der Schimmelpilzsanierung an oberster Stelle. Je nach Schadensumfang und -relevanz ist daher Sicherheitsvorsorge zu treffen. Grundsätzlich sind Augen, Hände und Schleimhäute vor Schimmelpilzen und dagegen eingesetzte Schimmelbekämpfungsmitteln zu schützen. Im Einzelnen lassen sich Umfang und Notwendigkeit von Sicherheitsvorkehrungen nur durch einen geschulten Sachverständigen nach einer Schadensbesichtigung festlegen. Auch wer Schimmel selbst beseitigen will, sollte sich deshalb unbedingt vorab durch einen Sachverständigen für Schimmelpilze beraten lassen. Verallgemeinert lässt sich der empfohlene Umgang mit Schimmelpilzen im Schimmelpilzleitfaden des Bundesumweltamtes und den dort angegebenen Regelwerken zur Schimmelpilzsanierung, wie den technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 450, TRBA 460, TRBA 500), nachlesen.

 

4. Schimmlige Tapeten entfernen

Schimmlige Tapeten nicht einfach abreißen sondern gut einweichen und dann beseitigenAuch bei sorgfältiger Abschottung und Einsatz persönlicher Schutzausrüstung, sollten schimmlige Tapeten niemals einfach von den Wänden gerissen werden. Hierdurch würden Sporen und andere Partikel des Schimmels unnötig aufgewirbelt und verteilt (Gesundheitsgefährdung!). Es gilt daher in der Schimmelsanierung stets staubarm zu arbeiten. Der Profi weicht die schimmligen Tapeten zunächst mit einem Sporenbinder für Schimmelschäden ein. Billiger und genauso wirksam ist stark verdünnter Tapetenkleister, mit dem die Schimmeltapeten eingestrichen werden. Nach kurzer Einwirkzeit werden die schimmligen Tapeten vorsichtig abgezogen und luftdicht verpackt entsorgt.

 

5. Schimmel vom Putz entfernen

Wächst der Schimmel bereits großflächig auf dem Putz, muss spätestens jetzt ein qualifiziertes Fachunternehmen ran, das die verschimmelte oberste Putzlage unter direkter scharfer Absaugung abfräst. Ist Schimmel nur sehr oberflächlich vorhanden, genügt eine Behandlung mit einem geeigneten Schimmelmittel.

Für die Reinigung mineralischer Flächen (z. B. Wände, Decken) sind Alkohole oder 30 %ige Wasserstoffperoxidlösung (starkes Bleichmittel) zu empfehlen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Alkohol wegen der damit einhergehenden Explosionsgefahr nicht für den großflächigen Einsatz geeignet ist. Bei Konzentrationen von mehr als 5 % ist auch Wasserstoffperoxid ein Gefahrstoff. Entsprechend ist die Gefahrstoffverordnung zu beachten, Augen, Atemwege, Hände wie auch die Kleidung sind unbedingt zu schützen. Die Mittel sind wegen der besseren Tiefenwirkung vorzugsweise mit einem Pinsel oder einer Bürste aufzutragen. Nach kurzer Einwirkzeit können die behandelten Flächen mit Alkohol abgewischt werden, um auch tote Schimmelsporen richtig zu entfernen.

 

6. Reinigung: Schimmelpilz entfernen von glatten Oberflächen, verschimmelte Möbel behandeln

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sollte der Sanierungsbereich sowie alle vom Sporenflug betroffenen anliegenden Räume gereinigt werden. Glatte Flächen können feucht mit Alkohol (z. B. handelsüblicher Spiritus) abgewischt werden. Wo dies nicht möglich ist, können spezielle Staubtücher aus dem Malerbedarf helfen. Textilien und Polstermöbel sind wirtschaftlich in der Regel nicht vollständig von den Schimmelsporen zu befreien. Soweit das Sofa nicht unmittelbar vom Schimmelbefall betroffen war, kann das Waschen der Bezüge eine leichte Verbesserung bringen. Verschimmelte Möbel sind oft nicht zu retten. Ist nur die Rückwand eines vor der Wand stehenden Schrankes verschimmelt, kann diese getauscht und der Schrank nach vollständiger Reinigung weiter benutzt werden.

 

7. Erfolg der Schimmelsanierung prüfen / Schimmeltest / Raumluftuntersuchung auf Schimmelpilzsporen

Nach Abschluss aller Arbeiten inkl. der Reinigung empfiehlt es sich eine Raumluftuntersuchung auf Schimmelpilzsporen durch einen zertifizierten Sachverständigen durchführen zu lassen.

 

Weitere wichtige Hinweise zur Sanierung von Schimmel sind im Schimmelpilzleitfaden des Umweltbundesamtes [Downloadlink] zu finden.

Auf der Seite schimmelbutze.de gibt es einen recht ausführlichen Artikel über Schimmelentferner bzw. Mittel um Schimmel zu entfernen.

 

War dieser Beitrag hilfreich? Bitte teilen Sie ihn!

 

 

nach oben